Sicherheit - Projekt ESCAPE



Rahmenbedingungen

Das Projekt ESCAPE ist ein Projekt im Rahmen der Sicherheit für Küstengebiete. Die Küste ist ein reizvolles Gebiet für Erholungssuchende. In dem Gebiet spielen wirtschaftliche Interessen deshalb auch eine große Rolle. Es ist wichtig, dass alles Menschenmögliche unternommen wird, um die Sicherheit im Küstengebiet gewährleisten zu können, damit die Situation im Falle einer Überschwemmung nicht außer Kontrolle gerät, auch in den Jahreszeiten, in denen sich die Bevölkerungsanzahl in manchen Gebieten mehr als verdoppelt. Außerdem ist es für das Image der Region von Bedeutung, dass die Urlauber wissen, dass sie bei der Gewährleistung der Sicherheit der Bewohner dieses Gebietes berücksichtigt wurden.

Partner

Die Projektpartner sind: die Provinzen Zeeland, Essex (Großbritannien), Westflandern (Belgien) und Ostflandern (Belgien) und die Aufsichtsbehörde Rijkswaterstaat, Direktion Zeeland

Projektanlass
Am 31. Januar / 1. Februar 2003 war es 50 Jahre her, dass die Nordsee zahlreiche Opfer in Zeeland, Essex und Flandern forderte. In den Jahren nach 1953 zielten die politischen Bestrebungen darauf ab, eine solche Katastrophe in Zukunft zu verhindern. Die Küstensicherung und Deichverstärkung wurden als die beste Lösung betrachtet. In den letzten Jahren wächst das Bewusstsein, dass nicht 100 %-ig garantiert werden kann, dass eine solche Katastrophe in den Küstengebieten zu verhindert ist. Aufgrund des Klimawandels steigt der Meeresspiegel. Außerdem wird es häufiger zu extremen Wetterlagen kommen.

Ziel

Das Projekt ESCAPE konzentriert sich deshalb auf die Maßnahmen, die ergriffen werden müssen, wenn ein Deich bricht oder zu brechen droht. Dabei bezieht das Projekt mögliche Beiträge von Seiten der Raumordnung, Risikomanagement-Strategien und Katastrophenpläne ein. Außerdem soll das öffentliche Bewusstsein im Hinblick auf potentielle Gefahren gesteigert werden.

Themen des Projektes ESCAPE

  1. Entwicklung eines Rahmenplans für Hochwasserkatastrophen
    Die Anforderungen und Voraussetzungen, die mit einem solchen Plan verbunden sind, werden genannt. Dabei gilt den transnationalen und interregionalen Aspekten ein großes Augenmerk.
    Im Rahmen dieses Themas sind drei (englischsprachige) Berichte erschienen:
    Der Hauptbericht kann als Ergebnis der internationalen Ausarbeitung dieses Themas betrachtet werden;
    der zweite Bericht für die Entwicklung eines Plans für eine Hochwasserkatastrophe, dieser Vorschlag bildet den Leitfaden für die örtlichen und regionalen Behörden in Zeeland;
    der dritte Bericht gehört zum Hauptbericht, darin werden die 8 Risikokontrollmaßnahmen dargestellt, jeweils in 7 Abschnitte gegliedert (u.a. Risiko, Kontrollmaßnahmen, Planung und Budget).

  2. Das Bewusstwerdungsmodul
    Das zweite Thema zielt auf die Bewusstwerdung der Öffentlichkeit ab. Diese wird in verschiedene Zielgruppen gegliedert: Jugendliche, Erwachsene und Experten/Wissenschaftler.
    Informationsvideos
    Es wurden drei Informationsvideos zum Thema internationale Bewusstwerdung im Hinblick auf Überschwemmungskatastrophen erstellt.
    a. Zuerst das Video 'Das Wasser kommt' in niederländischer Sprache. Dieses Video beginnt mit einem Fragment aus dem Theaterstück 'Coupure', das von der Flutkatastrophe im Jahr 1953 handelt. In diesem Theaterstück tritt ein junger Schriftsteller auf, der die Katastrophe nicht selbst erlebt hat. Während seiner Vorbereitung auf seine Rolle kommt bei ihm die Frage auf, was in der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar 1953 genau passiert ist. Er findet das Tagebuch eines dreizehnjährigen Jungen, der die Schrecken der Katastrophe miterlebt hat. Betroffen von der Geschichte führt er seine Untersuchung fort. Ein Ingenieur von der Aufsichtsbehörde Rijkswaterstaat erläutert, welche Maßnahmen die Niederlande ergriffen haben, um eine solche Katastrophe zu verhindern. Die vom Meer ausgehende Gefahr scheint bezwungen zu sein. Aber aufgrund von extremen Regenfällen kommt das Wasser jetzt durch unsere Hintertür herein. Was kommt in Zukunft auf uns zu? Wie lange bleiben wir in einem Land, das zu Zweidrittel unter dem Meeresspiegel liegt, auf dem Trockenen?
    Wiedergabezeit: etwa 25 Minuten
    Die Kassette kann für 15,- € bei Scoop: (0031) (0)118-682500 bestellt werden.
    b. Außerdem wurden noch zwei englischsprachige Videos mit einem flämischen Begleitkommentar erstellt. Das Video 'fragile land' richtet sich an Erwachsene (Politiker, Wissenschaftler, Mitarbeiter von Behörden und ehrenamtliche Helfer). Das Video 'borrowed land' spricht Jugendliche im Alter zwischen 10 und 14 Jahren an. Diese Videos können per E-Mail bestellt werden, indem Sie auf folgenden Link klicken: Herr P.J. Mersie oder telefonisch, Provinz Zeeland, Herr P.J. Mersie, 0031(0)118-631349. (Sie können sich die Videos jetzt am Computer anschauen, indem Sie auf den Namen des betreffenden Videos klicken, Wiedergabezeit 5 bzw. 10 Minuten.)

    Informationspakete
    Zu diesem Thema gehören auch zwei Informationspakete für pädagogische Zwecke: die niederländischsprachige und englischsprachige Zeitung zur Flutkatastrophe.

  3. Das Hochwasserinformationssystem
    Das dritte Thema hat das Hochwasserinformationssystem (HIS) zum Inhalt. Das HIS ist ein Computermodell, das in Form einer Animation darstellt, welche Gebiete 1953 bei den Deichbrüchen zuerst überschwemmt wurden, welche Gebiete jetzt (2003) zuerst überschwemmt werden würden und wo zuerst Maßnahmen, beispielsweise in Form einer Evakuierung ergriffen werden müssten. Das Modell verleiht einen Einblick darin, wie sich das Wasser bei der heutigen Raumgestaltung verhalten würde. Möglicherweise ergibt sich daraus, dass Sicherheitsmaßnahmen auf dem Gebiet der Raumordnung erforderlich sind, z.B. der Bau oder die Entfernung heutiger Hindernisse, um das Wasser besser leiten zu können.

    Außerdem kann das Modell auch bei Schulungsprogrammen für Hilfskräfte eingesetzt werden.

    Zuerst wird das HIS am Südufer der Westerschelde getestet. Die Entscheidung für dieses Gebiet hat den Vorteil, dass das Projekt grenzüberschreitend / transnational ist: das Wasser wird schließlich im Fall einer Überschwemmung nicht an der Grenze Halt machen. Außerdem müssen in dem Modell auch die Wasserströme berücksichtigt werden, die von Belgien aus in die Niederlande gelangen (Regenwasser, Schelde bzw. Wasser von der belgischen Küste aus). Bei einer Katastrophe in der Westerschelde werden die Hilfskräfte aus Belgien und den Niederlanden eng miteinander zusammenarbeiten. Auf Grundlage der Ergebnisse des Modells können die Hilfsdienste im Voraus bestimmte Angelegenheiten aufeinander abstimmen und gemeinschaftliche Schulungsprogramme aufstellen.
  4. Das vierte Thema betrifft die Entwicklung eines ICT-Evakuierungsmodells. Auf Grundlage dieses Modells können Entscheidungen darüber getroffen werden, wie eine Evakuierung organisiert werden muss (Verfügbarkeit der Straßen, Transportmittel usw. usw.). Es betrifft hier ein so genanntes "decision support system", ein System, das die Entscheidungsbildung auf Seiten der verantwortlichen Behörden unterstützt.

    Auch bei diesem Modell (wie auch beim HIS-Modell) hat man sich für das niederländisch-belgische Grenzgebiet entschieden. Nicht nur weil dieses Gebiet in organisatorischer und geographischer Hinsicht zusammenhängt, sondern auch aufgrund der möglichen Verknüpfung des HIS mit dem Evakuierungsmodell. In Form dieser Verknüpfung mit dem ESCAPE-Modell wurde ein äußerst innovatives Element hinzugefügt.


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