Notreparatur und definitive Instandsetzung
Notreparatur
Die Notreparatur musste möglichst schnell durchgeführt werden, um weitere Schäden auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Die Mittel waren beschränkt, deshalb war ein großes Maß an Kreativität und Improvisation erforderlich.
Die Schließung der großen Durchbrüche setzte jedoch eine gründliche Vorbereitung voraus. Diese Schließungen waren schwierig und das erregte großes öffentliches Interesse, beispielsweise die Schließung bei Ouwerkerk, Schelphoek und Kruiningen. Es mussten häufig provisorische Wehre im Hinterland erstellt werden und für die Schließungen wurden "maßgeschneiderte" Caissons angefertigt als Ergänzung der großen Caissons aus dem 2. Weltkrieg.
Definitive Instandsetzung
Nach der Notreparatur wurden die Seedeiche auf traditionelle Weise fertig gestellt. Eigentlich galt der Ausgangspunkt, die Deiche wieder so stark zu machen wie vor der Katastrophe. Viele neu gebaute Deiche wurden jedoch erheblich stärker gebaut. An der Nordseite von Schouwen-Duiveland bestand die beste Lösung darin, das heutige Naturgebiet Dijkwater mit einem Damm zu schließen, damit gleichzeitig die Küstenlinie kürzer wurde. In einzelnen Fällen wurde die Küstenlinie auch durch das Abdämmen von Häfen (z.B. Cadzand) verkürzt. Beim Flaauwe Werk an der Nordküste von Goeree war die Dünenreihe so in Mitleidenschaft gezogen worden, dass man beschloss, einen 2 km langen Asphaltdeich anzulegen. Auch bei Zoutelande, Nieuwvliet und Groede wurde später ein Deich anstatt einer Düne angelegt.
Nicht nur Seedeiche wurden verstärkt. Bei der Katastrophe waren überschwemmte Polder von Schouwen und von Duiveland miteinander in Kontakt gekommen. Um dies in Zukunft zu vermeiden, wurde der Schouwener Deich zwischen Zierikzee und Brouwershaven verstärkt. Später wurde sogar ein 7,5 km langer zusätzlicher Binnendeich quer über die Insel Schouwen angelegt, der so genannte Delingsdijk, um zu verhindern, dass bei einem Deichbruch entlang der Küste die gesamte Insel überschwemmt werden würde.



