Watersnoodmuseum [Sturmflutmuseum]

Erinnern – lernen - vorausschauen

Sturmflutmuseum am YouTube

  

Vier Betonkolosse im alten Seedeich bei Ouwerkerk auf dem Eiland Schouwen-Duivenland beherbergen die besondere Ausstellung des neu gestalteten Watersnoodmuseum. Neun Monate nach der Katastrophe vom 1. Februar 1953 dichteten diese Phoenix Caissons die letzten Brüche in den Küstenbefestigungen der südwestlichen Niederlande. Fünfzig Jahre später wurden die stillen Zeugen der Katastrophe und des Wiederaufbaus an dieser historischen Stelle gemeinsam mit dem umringenden Naturschutzgebiet zum nationalen Denkmal erklärt.    

Ein Sturmflutmuseum bleibt eine Erinnerungsstätte für die Geschehnisse im Jahre 1953. Es ist, gerade hier, auch ein Ort, um die damaligen Erfahrungen kennen zu lernen und mit dem heutigen Wissen in die Zukunft zu blicken. Ein Spaziergang durch die vier Caisson ist schon eine Erfahrung an sich. In dem Streifzug durch das neu eingerichtete und erweiterte Museum entfacht sich eine komplexe Geschichte der Katastrophe, dem Wiederaufbau und der Bewusstwerdung von Raum und Wasser, heute und in Zukunft. 

Caisson 1: Die Fakten 

                                                                                                           

Im ersten Caisson werden die Geschehnisse in der Sturmnacht (1. Februar 1953) und die Hilfeleistungen in den ersten darauf folgenden Tagen betont. Was ist genau passiert, wie konnte so etwas geschehen? Betrachten Sie die Aufnahmen aus den Polygon Nachrichten und hören Sie sich Fragmente der historischen Radiosendungen an. Oder tauchen Sie einmal in die tausenden Zeitungsausschnitte und Fotos der Katastrophe und die Zeit die folgte ein. Im Caisson 1 werden auch die tausende von Hilfswilligen und Freiwilligern aus dem In- und Ausland belichtet, die unmittelbar nach der Katastrophe mit besonderen Rettungsaktionen und dem Dichten von gut hundert Deichbrüchen begannen.  

Caisson 2: Die Emotionen

 

Im Caisson 2 steht der Mensch im Mittelpunkt. Die Opfer, die Emotionen und persönliche Erlebnisse. Hier ist auch das besondere Projekt ‘1835 + 1’ mitzuerleben. Dokumentarfilmmacher Koert Davidse und Multimediakünstler Roel Wouters entwickelten ein multimediales Denkmal, das den Opfern der Katastrophe ein Gesicht und eine Stimme verlieh. Sehen Sie hier eine Demo.

Caisson 3: Wiederaufbau

Unmittelbar nach der Sturmflugkatastrophe begann der Wiederaufbau. Deiche, Häuser, Ackerland, Infrastruktur: Überall wurde hart gearbeitet, um das Katastrophengebiet wieder bewohnbar zu machen. Eine dänische Geschenkwohnung die in diesem Gebiet gestanden hat, ist im Caisson 3 wiederaufgebaut. Darin können die Geschichten der Katastrophe betrachtet und angehört werden: Historisches Filmmaterial, Interviews, Fernsehprogramme und Dokumentarfilme. Direkt neben der Wohnung können Sie sich die Materialien und Geräte ansehen, die zur Instandsetzung der Deiche verwendet wurden. Der letzte Teil der Ausstellung im Caisson 3 bildet eine Brücke zwischen den fünfziger Jahren und der Gegenwart: Hier wird der Modernisierung der Gesellschaft und dem Bau der Deltawerke Aufmerksamkeit gewidmet.

Caisson 4: Leben mit Wasser

Das Klima ändert sich und der Meeresspiegel steigt. Wasser kommt von allen Seiten auf uns zu. Um in unserem Flachland am Meer auch in Zukunft noch sicher und auf trockenem Boden leben zu können, müssen wir anders mit Wasser umgehen. In technischer Hinsicht ist vieles möglich. Doch auch wenn wir die Natur und die natürlichen Prozesse klug nutzen, können große Gewinne erzielt werden.  Oder durch andere Arten des Wohnens. Und was können Sie selbst eigentlich zur Verbesserung der Sicherheit unternehmen? Im Caisson 4 beleuchten verschiedene Themeninseln die Innovationen und Lösungsansätze, um Wasserregulierungsfragen auch in Zukunft die Stirn bieten zu können.

Am Ende des Caisson 4 befindet sich der – kostenlos zugängliche – Museumladen und eine Info-Ecke über die Umgebung des Museums. 

Umgebung


Auch die Umgebung ist Teil des Nationalen Denkmals. Die kleinen Buchten, ausgewaschen durch Meereswasser, die Einlagen, das übrig gebliebene Stückchen des alten Seedeichs, der neue Seedeich und das Naturschutzgebiet  - das alles ist die direkte Folge der Katastrophe. 
Auf dem Deich vor den Caissons befindet sich ein Aussichtsturm mit Blick über die Oosterschelde. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Denkmal der Gemeinde Schouwen-Duiveland zum Gedenken an die Sturmflutopfer.

Wanderstrecken


Zur Erkundung des Naturschutzgebietes wurden Wanderwege angelegt. Eine der Strecken (2 km) führt entlang der kleinen Buchten und der Oosterschelde und endet am Eingang des Museums. Einige andere Pfade (5-8 km) führen durch das Naturschutzgebiet, das die Forstverwaltung ringsum die Buchten angelegt hat und entlang des Dorfes Ouwerkerk mit dem Friedhof und den Geschenkwohnungen.  

Eine detaillierte Beschreibung der Wanderrouten ist im Museum erhältlich.

Allgemeine Infos

Watersnoodmuseum [Sturmflutmuseum]
Weg van de Buitenlandse Pers 5
4305 RJ Ouwerkerk (Schouwen-Duiveland)
Telefonnummer: +31 (0) 111-644 382
Webseite: www.watersnoodmuseum.nl
E-Mail: info@watersnoomuseum.nl

Öffnungszeiten

Das Museum ist dienstags bis einschl. sonntags allgemein zugänglich.
1. April bis zum 1. November         11.00  bis  17.00 Uhr
1. November  bis zum 1. April         13:00  bis  17.00 Uhr
Ostermontag und Pfingstmontag geöffnet.
Erster Weihnachtstag und Neujahrstag geschlossen.
 
Gruppen können ausschließlich nach Vereinbarung, und auch außerhalb der Öffnungszeiten, empfangen werden.
  

top